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Das Gefühl nicht voranzukommen

Sunrise
Es gibt sie einfach: Die Tage an denen du das Gefühl hast, nicht voranzukommen. Heute Morgen war es mal wieder so weit.
Um 5.45 klingelt der Wecker, ich bin sofort wach und sehe, dass die Sonne scheint. Schnell ziehe ich meine Laufsachen an und gehe aus dem Haus. Heute auf dem Programm: Intervalle, 10x 800 Meter in einer Pace <4:00 Minuten pro Kilometer. Ich laufe los und freue mich schon, denn meine morgendliche Route in Kempten führt mich an der Iller entlang. Eine traumhafte Strecke mit Tau bedeckten Feldern und dem angenehmen Hintergrundrauschen des Flusses. Doch als ich nach dem Einlaufen den Startknopf auf meiner Laufuhr drücke merke ich, dass es eine verdammt harte Nummer wird. Die ersten 800 Meter laufe ich in einer Pace von 4:50 Minuten. Autsch. Auch Runde zwei und drei werden nicht besser. Im Gegenteil, mein Puls geht durch die Decke und die Beine sind unheimlich schwer. Etwas frustriert, denke ich schon daran aufzuhören und umzudrehen, doch dann erinnere ich mich wieder an einen Satz den ich neulich von Coach Sommer, einem ehemaligen olympischen Turntrainer, aufgeschnappt habe:
"Die größte Herausforderung für Athleten ist das Gefühl auszuhalten, dass man trotz Training nicht vorankommt."

Oder anders ausgedrückt: Der Prozess zählt mehr als das Ergebnis.

In meinem Fall wusste ich, dass ich mein Ergebnis nicht mehr erreichen würde. Trotzdem hatte ich aber noch die Gelegenheit, daraus ein gutes Training zu machen. Also sagte ich mir, dass ich unabhängig von meiner Laufzeit die Einheit durchziehe, auch wenn es total unangenehm war. Glaubt mir, keines der Intervalle war sonderlich gut und ehrlich gesagt fühlte sich die letzte Runde genauso schlimm an die wie Erste.
Am Ende jedoch war ich zufrieden, denn heute habe ich alles getan, was ich konnte. Ich bin aufgestanden, habe meine Einheit begonnen und sie durchgezogen.

Ich habe mich an meinen Prozess gehalten, von dem ich überzeugt bin, dass er mich ans Ziel führt. Außerdem habe ich heute wieder einmal gelernt, dass es leicht ist, an guten Tagen ein Training zu absolvieren – die Kunst ist aber sich auch an schlechten Tagen zu motivieren und von oberflächlichen Rückschlägen nicht abschrecken zu lassen. Im Gegenteil: Beim heutigen Training habe ich vermutlich mehr mitgenommen, als wenn ich einfach nur völlig locker meine Intervallzeiten gelaufen wäre.